Pen & Paper Barbaren

Der Barbar bei D&D und anderen RPG Systemen

In Pen & Paper Rollenspielen gibt es meistens zwei Sorten von Spielern: Die Gesellen, die sich im Prinzip selbst spielen und deren Charakter sowohl in Fähigkeiten als auch im Aussehen eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihnen selbst hat und die Leute, die mal komplett in eine andere Rolle schlüpfen wollen und das genaue Gegenteil von sich selbst spielen.

Doch egal zu welcher Gruppe man sich zählt – alle Männer, die gerne immer besonders starke und todesverachtende Krieger im RPG spielen, lieben Barbaren! Sie sind eben die Ausformulierung dessen, was die elitärsten Krieger häufig verkörpern: Todesverachtung, große Schadenstoleranz, mächtig ausgeteilter Schaden und eine „unkomplizierte“ Methode Probleme mit den Fäusten zu lösen. In fast allen klassischen Rollenspielen wie Dungeons and Dragons gibt es die Charakterklasse des Barbaren. Sie zeichnet sich meistens dadurch aus, dass sie keine schweren Rüstungen tragen darf, dafür aber eine automatische Schadensreduktion eingebaut hat. Zusammen mit einem unheiligen Hitpoint-Polster sind Barbaren ehrfurchtseinflößende Kampfmaschinen. Ihre Hauptattribute sind Stärke und Kondition auf Kosten von Intelligenz und Weisheit. Ein hohes Charisma benötigt ein Barbar nicht unbedingt, hilft ihm aber Gegner einzuschüchtern, wenn er sie mal nicht sofort zu Knochenmehl verarbeiten will. Hohe Geschicklichkeit ist kein Muss, jedoch äußerst praktisch, weil der Barbar ohne eine schwere Rüstung gut Gebrauch davon machen kann.

Ein Hauptmerkmal der Barbaren-Klasse ist besonders bei D&D seine Fähigkeit sich in eine künstliche Wut hinein zu steigern, um noch tödlicher und stärker zu werden. Wenn seine „Rage“ aktiviert ist, ist er viel stärker und kann in seinem Blutrausch kaum noch durch Geistesbeeinflussungen jeglicher Art aus dem Konzept gebracht werden. Wenn sich seine Wut wieder verflüchtigt hat, ist er jedoch für einen gewissen Zeitraum geschwächt und verwundbarer. Bei der äußerst gelungenen Fortführung der D&D-Serie der Firma Paizo, ist der Barbar sogar befähigt worden seine Wut noch gezielter zu kanalisieren. Bei der 3.75-Edition von D&D, „Pathfinder“, kann der Barbar beim Aufsteigen in neue Stufen seine „Rage“ benutzen, um z.B. den Elementen zu trotzen, körperliche Aufgaben besser zu bewältigen oder einen betäubenden Kriegsschrei erschallen zu lassen. In fast allen Rollenspielsystemen, in denen es die Klasse des Barbaren gibt, sind diese wilden Krieger auf dem Vorbild des legendären Barbaren von Robert Howard aufgebaut. Lediglich ihre Bezeichnung kann variieren. So heißen sie beispielsweise „Gjalskerländer“ beim RPG „Das Schwarze Auge“ oder „Wasa“ in Tolkiens „Mittelerde“.